"Billig ohne Verluste" ist das Motto
von Billigdiscountern wie Lidl, Aldi
und Schlecker. Sie nutzen die
Angst ihrer Beschäftigten vor der
Arbeitslosigkeit und setzen sie mit
entwürdigenden Methoden unter
Druck. Vor einem halben Jahr
veröffentlichte die Vereinigte
Dienstleistungsgewerkschaft ver.di
ein so genanntes "Schwarzbuch"
zu dem von Dieter Schwarz
geführten Discounter Lidl. Es deckt
Missstände in Filialen auf. Jetzt
initiiert ver.di soziale Netzwerke
und Filialpartnerschaften. Sie
sollen Beschäftigte vor Repressalien schützen.
Unterstützung be-
kommt die Gewerkschaft auch von
kirchlichen Gruppen wie der
Evangelischen
Arbeitnehmerschaft Berlin-
Brandenburg (EAN).
Wir Konsumenten wollen alles und
das sofort: niedrige Preise bei
Elektronik, Lebensmitteln, Kleidung
und so weiter. Wir wollen billig und
Beratung, günstig und Geschmack,
Superangebote und Sicherheit.
Für Millionen Menschen
ist die Suche nach günstigen Angeboten
zu
einer existenziellen Frage geworden.
Erwerbslose, Sozialhilfeempfänger
und zum Teil Beschäftigte aus dem
Niedriglohn-Sektor müssen jeden
Cent umdrehen. Sie sind keine
Schnäppchenjäger, Armut und Arbeit
schließen sich längst nicht mehr aus.
Der Billigst-Boom, an dem sich
selbst Warenhäuser und kleine
Fachgeschäfte selbstmörderisch
beteiligen, hat Folgen. In Dauer-
Rabattschlachten werden
gigantische Werte zerstört. Ein
Arbeitsplatz bei einem Discounter
vernichtet im Schnitt zwei
Arbeitsplätze im traditionellen
Handel. Diese Konzerne profitieren
von der Armut und erzeugen sie
zugleich. Dazu drücken sie auf die
Existenzbedingungen der
Produzenten. Sie zwingen ihren
Lieferanten Einkaufspreise auf, die
die Produktionskosten kaum mehr
decken. Alles billiger kaufen zu
wollen, hat einen zu hohen Preis.| Betriebsräte gibt es nur in acht von 2.600 Filialen |